Keiner wusste welche Ausmaße die Tierhaltung in Rottweil und Stetten angenommen hatte. Die Familie war bekannt, verweigerte Besuche und vergaß Termine. Als das Veterinäramt Rottweil am 15.05. nun endlich in die Wohnungen konnte, staunten sie nicht, sie bekamen ihre Münder nicht einmal mehr zu.

Insgesamt 206 Tiere, darunter über 100 Katzen, wurden allein in diesen beiden Haushalten gehalten. Ein Bild des Entsetzens tat sich auf.

Stundenlang waren Veterinäre, die Polizei und alle anderen Helfer damit beschäftigt Herr der Lage zu werden. Die Tiere wurden eingefangen und auf die umliegenden Tierschutzvereine verteilt. Darunter auch das Tierheim in Rottweil.

Wir mussten auf die Schnelle Platz für 25, teils schwer kranke, Katzen und einen Hund schaffen. Das Team vom Tierheim und auch unser Vorstand Herr Hermus waren entsetzt über den Zustand der Tiere.

So etwas erlebt man nur selten, Gott sei Dank!

Mittlerweile sind alle über den Berg, haben sogar teils schon ein neues Zuhause gefunden. In den Tierschutzvereinen Oberndorf und Sulz warten weitere Dutzende Katzen.

Und keiner ist böse, warum?

Animal Hoarding ist eine Krankheit!

DIE SUCHT TIERE ZU SAMMELN
Der englische Begriff „Animal Hoarding“ kann als Tiersammel-Sucht oder Tierhorten übersetzt werden.
Es beschreibt ein Krankheitsbild, bei dem Menschen Tiere in einer großen Anzahl halten, sie aber nicht mehr angemessen versorgen. Es fehlt an Futter, Wasser, Hygiene, Pflege und tierärztlicher Betreuung. Der Halter ist nicht oder nur eingeschränkt in der Lage zu erkennen, dass es den Tieren in seiner Obhut schlecht geht.
Was jahrelang einseitig als Tierschutzfall beschrieben wurde, hat noch eine zweite Dimension: Den psychisch kranken Menschen.

Woran erkenne ich Animal Hoarding?
Ein beginnender Fall von Tiersammel-Sucht liegt vor, wenn folgende drei Kriterien erfüllt sind:
– Es werden mehr Tiere gehalten, als in Deutschland im Durchschnitt üblich
– Es leben für das vorhandene Platzangebot zu viele Tiere in den Räumlichkeiten bzw. auf dem Gelände
– Der Tierhalter zeigt trotz überdurchschnittlich hoher Tierzahl und zu geringem Raumangebot keine Einsicht, dass der Tierbestand reduziert werden muss.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund

Wir möchten an dieser Stelle sensibilisieren und aufklären.
Aus gegebenem Anlass möchten wir alle dazu aufrufen Augen und Ohren offen zu halten, dass solch ein Disaster hoffentlich in geraumer Zeit nicht mehr passiert bzw. frühzeitig erkannt und ernstgenommen wird.

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